Wann sie gebraucht wird
Drei Lagen kommen am häufigsten vor. Erstens, wenn unklar ist, wer den Unfall gebaut hat. Dann entscheidet später oft die Anstoßhöhe darüber, welche Schilderung stimmt, und messen lässt sie sich nur am unveränderten Fahrzeug.
Zweitens, wenn du selbst reparierst oder in einer freien Werkstatt reparieren lässt. Ohne dokumentierte Reparaturbestätigung kannst du nicht belegen, dass fachgerecht gearbeitet wurde, und im 130-Prozent-Bereich hängt daran die volle Erstattung.
Drittens bei Vorschäden. Ist an derselben Stelle schon einmal etwas passiert, setzt die Gegenseite genau dort an. Nur eine saubere Trennung zwischen altem und neuem Schaden hält dann deinen Anspruch.
Was dabei aufgenommen wird
Wir richten uns danach, was später strittig werden kann. Bei offener Schuldfrage liegt der Schwerpunkt auf Anstoßrichtung und Anstoßhöhe, bei einer Reparatur in Eigenregie auf dem Zustand vor und nach der Arbeit.
- Anstoßhöhe und Anstoßrichtung
- Gemessen und mit angelegtem Maßstab abgelichtet. Daraus liest sich ab, welches Fahrzeug in Bewegung war und aus welchem Winkel der Stoß kam.
- Spurenlage
- Fremdlack, Schleifspuren und Verformungsrichtung. Nach der ersten Wäsche sind sie weg, und zurück holt sie niemand.
- Vorschadenabgrenzung
- Was war vorher da, was ist neu. Ohne diese Trennung kürzt die Gegenseite pauschal, und beweisen musst dann du.
- Zustand nach der Reparatur
- Reparaturbestätigung mit Aufnahmen der ausgeführten Arbeiten. Grundlage für den Nutzungsausfall und für die Erstattung im 130-Prozent-Bereich.
Der teuerste Fehler
Das Auto vor dem Termin waschen zu lassen. Der Reflex ist verständlich, und er vernichtet regelmäßig genau die Spuren, an denen die Haftungsfrage hängt. Fremdlack auf der Stoßfängerschale ist ein Beweismittel und kein Schmutz.
Genauso teuer ist es, den Wagen vorher richten zu lassen. Danach misst niemand mehr die Anstoßhöhe und niemand belegt den Umfang. Was nicht belegt ist, bezahlt auch keiner.
Ruf im Zweifel lieber einmal zu früh an als einmal zu spät, denn rückgängig machen lässt sich hier nichts. Das Gespräch dauert ein paar Minuten und kostet nichts. Meistens lautet die Antwort: erst aufnehmen, dann alles Weitere.
Wer das bezahlt
Steht die Haftung der Gegenseite fest, gehören die Kosten zum Schaden, und deren Haftpflicht trägt sie, genau wie beim Schadengutachten. Ist die Schuldfrage offen, hängt die Erstattung am Ausgang der Sache.
Bei geteilter Haftung bekommst du deinen Anteil. Auch dann lohnt die Aufnahme fast immer: Ohne sie steht Aussage gegen Aussage, und die Quote fällt erfahrungsgemäß schlechter aus als mit einem technischen Befund auf dem Tisch.
Vor der Wäsche
Danach sind Fremdlack und Schleifspuren für immer weg
Anstoßhöhe
Entscheidet bei offener Schuldfrage häufig die ganze Sache
6 Monate
Weiternutzung, die im 130-Prozent-Bereich nachgewiesen werden muss
Häufige Fragen
Lohnt sich das auch bei einem kleinen Schaden?
Wenn die Schuldfrage offen ist, ja. Der Streitwert hängt nicht am Blech, sondern daran, ob am Ende jemand voll, halb oder gar nicht zahlt. Diese Frage entscheidet sich an Spuren, die es nur einmal gibt.
Ich habe schon repariert. Ist es zu spät?
Für die Anstoßspuren ja. Rechnungen, Fotos vom Zustand vorher und die Angaben der Werkstatt können wir aber noch auswerten, und daraus wird ein Befund, der besser ist als gar keiner. Ruf an, dann sortieren wir, was noch trägt.
Reicht nicht das Foto der Polizei?
Selten. Die Aufnahmen zeigen die Endlage, nicht den Schadenumfang am Fahrzeug. Maßstab, Anstoßhöhe, geordnete Ansichten und die technische Bewertung fehlen dort.